Ich habe mir vorgenommen, in meinem Blog offen und ehrlich über alles zu reden. Auch auf die Gefahr hin, dass mein Vater das jetzt lesen könnte oder sonst irgendwer, der mich kennt. Dann ist das halt so.
JA, ich habe seit März die Pille bzw. mein Hormonpflaster abgesetzt, weil meine bessere Hälfte und ich vorhaben, eventuell dieses Jahr noch schwanger zu werden. Eigentlich wollte ich das viel später erst absetzen, aber meine Freunde rieten mir, damit schon eher anzufangen, da der Körper sich erst regenerieren muss und und und...
Nun ja und ich muss sagen, dass ich mich echt ärgere, damit nicht schon früher begonnen zu haben. In den ersten Wochen litt mein kleiner Körper stark unter Entzugserscheinungen. Ich war aggressiv und hatte einfach nur ein innerliches Bedürfnis, Sachen kaputt zu machen. Egal, was wer tat oder sagte. Ich schrie. Teilweise erkannte ich mich selbst nicht mehr und bin froh, dass mein Partner es ausgehalten hat mit mir. Verrückt, was Hormone so anstellen können mit einem?!
Frauenärzte raten Dir ja schon früh in der Pubertät mit der Pille bereits anzufangen. Dein Hautbild wird besser, es ist viel bequemer so zu verhüten und du hast nicht mehr diese furchtbaren Schmerzen, sobald die rote Armee wieder vor der Tür steht. Alles gut und schön, aber über diese lästigen Nebenwirkungen klärt Dich keiner auf! Die Ärzte wollen ja schließlich auch nur ihr Geld verdienen.
Dank dieser ach-so-tollen-Pille litt ich z.B. an Depression. Und das Jahre lang. Erst im Juli 2016 habe ich mich entschlossen, eine Therapie zu machen. Ich war ja absolut kein Mensch mehr. Es fing auch alles ganz allmählich an. Ständig war ich müde und konnte 12 Stunden schlafen - ich war immer noch müde. Ich hatte keine Lust mehr auf irgendwas und meine erste Beziehung scheiterte auch aus diesem Grund. Im Abi war's dann teilweise sehr extrem und ich habe nachts meistens einfach nur geheult. Warum? Ich habe mich für alles gehasst. Für die schlechten Noten, für mein Aussehen und für meine ganze Art. Als ich beim Radio war, ging es einigermaßen und ich konnte das ganz gut verstecken. Aber als ich meine Ausbildung zur Automobilkauffrau anfing im September 2015 ging es wieder bergab und das so extrem, dass ich mich nur noch zu hause verkroch, nur zu sehr wenig Leuten noch den Kontakt pflegte und eigentlich nur noch aus Zwang das Haus verlassen habe, wie z.B. für die Arbeit und die Therapie. Allerdings war ich auch oft krankgeschrieben, da ich einfach nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten. Mein ständiges Gedankenkarrussell hemmte mich regelrecht darin. Ich habe Fehler gemacht und der Teufelskreis erweiterte sich.
Aber ich kann jetzt sagen: Mir geht es so gut, wie seit langem nicht mehr! Seit einem Monat fühle ich mich viel vitaler und bin stolz wie Bolle, trotz meiner nicht erfüllenden Arbeit auch noch den Haushalt machen zu können. Das war davor absolut nicht möglich. Ich schaffe es nun auch mit negativen Erfahrungen klarzukommen. Trotzdem habe ich für mich beschlossen, die Therapie weiter zu machen. Es gibt immer noch einiges an Arbeit, aber ich sehe zumindest jetzt wieder das Licht am Ende des Tunnels.

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